Zum Inhalt springen

Diese Seite wird gerade überarbeitet. Inhalte können sich noch ändern.

BWLexikon | BWL

Lohmann-Ruchti-Effekt

Der Lohmann-Ruchti-Effekt beschreibt, wie ein Unternehmen seine Kapazität allein aus verdienten Abschreibungen erweitern kann, ohne neues Kapital aufzunehmen. Er wird deshalb auch Kapazitätserweiterungseffekt genannt und zählt zur Innenfinanzierung.

Kapitalfreisetzungseffekt

Abschreibungen sind in den Verkaufspreisen einkalkuliert. Fließen sie über den Umsatz zurück, stehen dem Unternehmen liquide Mittel zur Verfügung, lange bevor die Anlage ersetzt werden muss. Dieses vorübergehend freie Kapital ist der Kapitalfreisetzungseffekt.

Kapazitätserweiterungseffekt

Werden die freigesetzten Mittel sofort in gleichartige Anlagen investiert, wächst der Bestand an Maschinen. Die Periodenkapazität steigt, die Gesamtkapazität über alle Restlaufzeiten bleibt dagegen gleich.

Kapazitätserweiterungsfaktor

Bei linearer Abschreibung über n Jahre gilt für den Kapazitätserweiterungsfaktor:

KEF = 2 · n / (n + 1)

Bei einer Nutzungsdauer von 4 Jahren lässt sich die Periodenkapazität also höchstens auf das 1,6-Fache ausweiten.

Voraussetzungen

Der Effekt tritt nur ein, wenn die Abschreibungen am Markt verdient werden, die Anlagen teilbar sind, die Preise für neue Anlagen gleich bleiben und die zusätzliche Menge auch abgesetzt werden kann.

Lohmann-Ruchti-Effekt im Video erklärt

Verwandte Begriffe

Abschreibung | Finanzierungsformen | Investitionsarten

Von Claudius Thelen, Postdoc an der Universität Greifswald. Erstmals veröffentlicht am 16. November 2023.

Zurück zum BWLexikon von A bis Z